Wieder Arbeit

Morgen hab ich was wichtiges vor, ich muss meinen Arbeitsvertrag unterschreiben lassen! Jaaa, richtig gelesen – Sie hat wieder Arbeit! Hartnäckig sein lohnt sich.

Wie es dazu kam:
In Bremen Fuß zu fassen erwies sich ja bisher für mich leider schwerer als gedacht.
Die Stellen bisher waren schlecht aus verschiedenen Gründen. Aber ich glaube diesmal hab ich was gefunden womit ich vorerst sehr zufrieden sein kann.
T…. suchte zum Ende des Jahres 2009 Verkäuferinnen für eine Filiale in Bremen. Ideal für mich! Komm ich gut hin, T…. ist nicht soooo schlecht (besser als Zeitung austragen oder so…) und als Verkäuferin bin ich sowieso unschlagbar. Kundenkontakt und Kassensysteme sind ja meine Stärken.
Also gleich Bewerbung getippt und persönlich hingebracht und gewartet, gebetet und gehibbelt.
Als dann bis Ende Januar, also nach über 4 Wochen, immer noch nichts passiert war bin ich kurzerhand noch mal hingefahren und hab nachgefragt. Das Timing hätte nicht besser sein können!! Die Chefin hatte meine Bewerbung vorne neben dem Telefon liegen und wollte mich eigentlich am selben Tag noch anrufen. Ich hatte die Stelle! Ich konnte es kaum glauben!
Vertrag in dreifacher Ausführung bekam ich gleich mit nach Hause.

Ich freu mich! Im März geht’s los.

Hab wohl auch gleich nen enormen Vorteil, ab März bekommt die Filiale eine neue Kasse mit Touch-System und damit kenn ich mich ja bestens aus, weil ich bei KiK damit schon von Anfang an gearbeitet hab.
Ein bisschen vermiss ich ja den Trubel bei KiK! Was meine alte Chefin wohl so treibt?

Meine Erfahrungen bei der Drückerkolonne

Was ich hier nun erzähle habe ich im März/April 2007 erlebt. Und nebenbei, es war NICHT “Ranger”!!

Wenn man kein Geld hat und verzweifelt Arbeit sucht dann antwortet man schon mal auf augenscheinlich seriöse Anzeigen die einem sonst nie aufgefallen währen. Zum Beispiel die grüne Anzeige mit dem großen grünen Freenet-Logo in der steht das Verkäufer gesucht werden für Marketing – 1200 Euro Netto plus Prämien. Neulinge werden eingearbeitet.
Ich rief dort an und bekam noch am gleichen Tag die Chance mich da vorzustellen. eigentlich ja komisch, aber damals habe ich mich gefreut – ich brauchte Arbeit und vor allem Geld!

Dort angekommen sah das Büro ja auch sehr seriös aus, alles war still und ich bekam erst mal einen Fragebogen in die Hand gedrückt den ich ausfüllen musste. Der Chef bat mich dann zu sich und legte sofort los mich einzulullen was auch anfangs funktioniert hat. Ob ich bereit wäre Sachen an der tür zu verkaufen, das wäre gar nicht unseriös, in Amerika werden sogar Boote an der Haustür verkauft. Und die Vorwerk-Mitarbeiter machen es doch auch so! “Ja warum nicht” dachte ich mir. Und schon war ich am nächsten Tag für einen Probetag eingetragen, 10 Uhr gings los. Gegen seriöses Verkaufen habe ich auch ehrlich gesagt nichts.
Der Probetag verlief sehr gut, alles seriös und keine Drücker. Haha wenn das mal so geblieben wäre. Als Probetag bekommt man ja nicht mit was da hinter den Kulissen noch so läuft. Also unterschrieb ich – blauäugig – einen befristeten Jahresvertrag. Zum 15. März wurde ich eingestellt.
Arbeitsbeginn 8 Uhr. Wow wieso so früh wenn es doch erst um 10 Uhr los geht?

Ganz einfach: Zwischen 8 und 10 Uhr ist “Meeting”. Das hört sich langweilig an, ist es aber ganz und gar nicht. Da sitzen nicht alle gelangweilt am Tisch und kauen auf ihren Kugelschreibern rum.
Alle stehen in einem großen Raum im Kreis, vorne eine Tafel und an der Wand hängen die “5 Schritte zum Verkauf” und die “8 Schritte zum Erfolg”. Die muss man auswendig lernen und befolgen. Jeden morgen werden sie abgefragt – und wehe du kannst sie nicht! Hier mal die “5 und 8 Schritte”

8 Schritte zum Erfolg:

Positive Einstellung
Dein Erfolg hängt zu 90% von Deiner Einstellung ab

Pünktlichkeit
Respektiere Dein Geschäft!
Gehe mit gutem Beispiel vorran!

Bereite Dich gut vor
Auf Dein Gebiet
Auf Absagen / Zusagen

Acht Stunden Arbeitseinsatz
Oder auch mehr – Extrameilen!
Bist Du genügend Leute gesehen hast

Bearbeite Dein Gebiet effektiv
Nicht selektiv sein
Keine Hemmungen und Vorurteile haben, sprich jeden an!

Behalte Deine positive Einstellung
Jeder Korb bringt Dich dem Verkauf näher
Bleibe nicht an negativem hängen

Werde Dir bewusst was Du hier tust
Setze Dir Nahziele / Fernziele
Ohne Ziele kein Ergebniss

Übe Kontrolle aus
Dein Äußeres, Dein Auftreten, Reaktionen der Kunden
Situationen, Deine Zukunft!

5 Schritte zum Kunden

Vorstellung – Sell Yourself
Lächeln
Begeisterung
Blickkontakt

Kurz Info
Ich komme im Auftrag von ….. das kennen Sie doch sicherlich !?
Qualifizierung
z.B. läuft der Anschluss auf Ihren Namen?
Wie hoch ist im Schnitt Ihre Telefonrechnung?
Haben Sie Kabel oder Sateliet?
Sehen Sie lieber Sport oder Filme?

Präsentation
Positiv promoten
Heb die Vorteile besonders hervor
Billige und einfache Tarife
Maßgeschneiderte Angebote für den Kunden

Abschluss
Davon ausgehen, das der Kunde das Produkt möchte und anfangen, zu schreiben
Sicherstellen, das alles sauber und vollständig ausgefüllt ist

Rehash

Eventuell nach Kollegen, Bekannten, Freunden, Familie fragen und Chancen nutzen sie zu schreiben
Schleifchen drum – investiere mindestens eine Minute und gehe nochmals über die wichtigsten Punkte

Aber da wird nicht nur zwei Stunden einfach Regeln abgefragt, das nimmt vielleicht eine halbe Stunde in Anspruch. Danach wird im Kreis das verkaufen geübt. Einer verkauft und einer spielt den Kunden, der Rest guckt aufmerksam zu. Ein bisschen Motivation noch zum Schluss – in Worten und in Geldscheinen (es regnet auch mal Prämien vom Chef für den der die meisten Verträge macht an dem Tag) dann werden die Gruppen aufgeteilt und bekommen gesagt in welche Stadt es geht und dann gehts los.
Das Gebiet ist groß. Ich wohnte ja in Düsseldorf und wir waren in allen möglichen Städten im Umkreis tätig. Bochum, Mönchengladbach, Wuppertal, Krefeld, Duisburg usw.
Man muss als Verkäufer minimum 3 Aufträge pro Tag heim bringen um langfristig da zu arbeiten.

Die Methoden dafür waren nicht so einwandfrei wie ich anfangs dachte.
Da werden Leuten, die keinen Computer haben Sachen verkauft die sie ohne Computer gar nicht konfigurieren und benutzen können.
Wer Freenet Komplett kennt der weis das man einen Computer braucht um die Internettelefonie einzustellen damit man telefonieren kann. Ohne Computer kein Telefon.
Da wird auch Leuten geraten ihr Arcor einfach nicht mehr zu zahlen – dann wird es schon gekündigt. Cas die Leute dadurch in die Schuldenfalle rutschen und früher oder später der Gerichtsvollzieher kommt ist denen egal. Da wird auch schon mal der alte (aber noch laufende) Telefonvertrag des Kunden eingesteckt und MITGENOMMEN!!
Es wird Einfluss auf die Leute genommen, falsche Sachen erzählt wie zum Beispiel “Klar, sie können das nach 3 Monaten kündigen” (aber der Vertrag läuft zwei Jahre). Da wird auch schon mal Sturm geklingelt oder gegen die Tür gehämmert wenn einer nicht auf macht.
Es werden Strichlisten geführt für jede Straße, damit man weis wer von den Bewohnern erfolgreich einen Vertrag vermitteln bekommen hat, wer nein gesagt hat und wer nicht anzutreffen war.

Einige können sich ja denken das Freenet verkaufen auf Dauer nicht klappt, irgendwann ist alles mal ausgelutscht, deshalb steigen solche “Firmen” auch alle zwei Jahre um, und Leute denen man vor zwei Jahren Freenet verkauft hat bekommen jetzt Arcor angedreht und in zwei Jahren wahrscheinlich 1&1!!

Nach ein paar Tagen habe ich den 7. Schritt zum Erfolg befolgt, nämlich “Werde Dir bewusst was Du hier tust”. Ich hab gesagt “Leckt mich am Arsch” und ein paar Tage später war ich fristlos gekündigt. Dankeschön – das beste was mir passieren konnte ;)
Aber die Erfahrungen die ich während den paar Tagen gemacht habe sind Gold wert! Leute lasst euch blos nicht einlullen von solchen Deppen!!

So schnell kanns gehen

Ist es eigentlich in Deutschland nicht mehr möglich das man ganz normal arbeiten gehen will ohne beschissen und über den Tisch gezogen zu werden?? Ich gebs bald auf!
Ich will doch nur einen guten Nebenjob bei dem ich auf 400 Euro komme ohne dafür die Arbeit einer Vollzeitkraft machen zu müssen!

Bei Takko habe ich meinen 400euro Job gekündigt weil ich es (unter anderem) nicht einsehe das ich für diese 400-Euro auch die Filialverantwortung tragen muss und Arbeiten mache die in anderen Firmen den Teil- oder Vollzeitkräften vorbehalten sind. Vor allem weil man meinen Vertrag in der Pfeife rauchen konnte (stand zwar nix schlimmes drin, aber auch nix gutes *lol).

Als ich dort gekündigt habe, bin ich nebenan ins Tierhandelgeschäft und habe mich mündlich beworben weil eine Kassiererin gesucht wurde. Eigentlich habe ich nicht mehr daran gedacht als vor zwei Wochen der Filialleiter anrief und mich einlud. Eigentlich zum Vorstellungsgespräch, wie sich herausstellte wollte er aber nur drei Probetage vereinbaren. Meine Fragen zum Lohn oder Arbeitsbedingungen wurden überhört und nicht beantwortet. Auch nicht während den drei Probetagen.
Am Montag rief er an und lies mich Dienstag zum arbeiten kommen. Wie sich herausstellte sollte ich aber Dienstag gar nicht arbeiten sondern nur den Vertrag unterzeichnen (von dem ich bis dahin nichts gehört habe).
Beim durchlesen fiel mir einiges schon negativ auf und am liebsten hätte ich gar nicht unterschrieben.
Zum Beispiel das ich bei einem Lohn von 5,11 Euro und 14 Stunden die Woche auf maximal 290 Euro komme.
Das ich von diesen mageren 290 Euro auch noch die Arbeitskleidung zahlen soll (die die Firma selbst herstellt und vertreibt!).
Das ich mich verpflichte auch in anderen Filialen zu arbeiten (die es in ganz Deutschland gibt). Und das kein Hauptarbeitsplatz vermerkt ist.
Und vor allem das mein Lohn bar ausgezahlt wird. Hallo? Wie unseriös ist das denn bitte?!

Und zu guter letzt war der Vertrag noch nicht mal vom Arbeitgeber unterschrieben. Auf meine Frage wieso nicht meinte der Filialleiter der Stempel würde genügen. Er wäre nicht der Arbeitgeber und könne das nicht unterschreiben. Inzwischen weis ich das ich den Vertrag wegschmeißen kann. Wenn ich mal wegen irgendwas vor Gericht müsste (Lohn nicht erhalten oder sowas) habe ich keinerlei rechtliche Handhabe. Den Vertrag kann ich zum Ofen anzünden benutzen.

Vorhin hab ich meine Kündigung getippt. Schade das der Chef heute nicht da ist. Morgen bring ich sie ihm mit. Für mich hat sich das Thema schon erledigt.
Am liebsten wäre ich da heute gar nicht hingegangen, aber Ärger will ich auch nicht. Also regulär in der Probezeit 2 Wochen kündigen und das Thema hat sich ohne Streit.

Die Sache mit dem zu spät kommen

Current Mood:ratlos emoticon ratlos

Seit 1.12. bin ich offiziell angestellt. Am 8.12. hatte ich meinen ersten Arbeitstag. Und ich kam gleich zu spät zur Arbeit. Super Eindruck! Auch am zweiten Tag lief es nicht besser.
Inzwischen bin ich vier mal zu spät gekommen. Und das obwohl wir heute erst den 29.12. haben. Ich arbeite also nicht mal einen ganzen Monat dort.
Wieso ich zu spät komme? Wegen den Bussen! Ganz wenige der Busse sind pünktlich, die meisten kommen 8-15 Minuten zu spät! Unter der Woche kann ich einen Bus früher nehmen, der kommt zwar auch zu spät aber ich komme wenigstens pünktlich oder eben früher.
Aber Samstags ist das so ein Problem. Hier in der Gegend gibt es so genannte “Zeitlöcher” in denen die Busse nur einmal fahren. Samstags ist dieses Loch zwischen 10:30 und 12 Uhr. Da fährt nämlich genau ein Bus und zwar um 11:45 Uhr. Wenn ich um 12 auf der Arbeit sein muss würde das eigentlich klappen, wäre die Verspätung nicht. Diesen Samstag war ich exakt 12:04 auf der Arbeit, wie mal zu spät. Zu meinem Pech war die Oberchefin auch noch da, die Stimmung war dementsprechend gereizt. Suuuper. Ich lass anscheinend kein Fettnäpfchen aus.
Diesen Job werde ich wohl nicht mehr lange haben. Davon kann ich mich seelisch schon mal langsam verabschieden.

Um mal auf diese Bussache im allgemeinen zu sprechen zu kommen:
Ich bin davon überzeugt das diese Busunternehmen und ihre blöden Fahrpläne einen nicht unerheblichen Teil dazu beitragen das in Bremen und Umgegend schon um 20 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden! Man kommt nämlich Abends schlecht bis gar nicht nach Hause mit den Bussen.
Würden die Busse Abends bis 23 Uhr regelmäßiger fahren und die Geschäfte bis 22 Uhr aufmachen, wie in anderen Großstädten auch, würde es Bremen bedeutend besser gehen und hätte auch um einiges mehr an Besuchern aus Restdeutschland!
Momentan macht Bremen keine gute Werbung für sich mit dem wie es hier abläuft. Man kommt sich eher vor als ob man mitten im Schwarzwald im Dörfchen in der Pampa sitzt als in einer großen Stadt mit über 700 000 Einwohnern.

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