Ich habe mir keine Hebamme gesucht. Aber ich hätte es getan. Allerdings brauchte ich das gar nicht, denn meine Frauenärztin hat eine Art Praxis-Partnerschaft mit einer ortsansässigen Hebamme, sie kommt zwei Mal die Woche in ihre Praxis und teilt sich die Vorsorgetermine mit der Frauenärztin.
Das heißt die 4- (oder später 2-) wöchentlichen Vorsorgetermine sind abwechseln bei der Frauenärztin oder bei der Hebamme, beides aber in der gleichen Praxis.
Gestern war mein dritter Vorsorgetermin, mein erster bei der Hebamme. Dementsprechend war ich auch aufgeregt. Immerhin kannte ich die Frau noch gar nicht. Ist sie mir sympathisch? (ganz wichtig!) Wie läuft die Untersuchung wohl ab? Solche, und ähnliche Fragen stellte ich mir.
Als ich kurz vor 16 Uhr in die FÄ-Praxis kam, war ich überrascht. Ich kenne die Sprechzeiten nicht auswendig und dachte das der normale Praxisbetrieb nebenbei läuft. Aber die Hebamme hat wohl außerhalb der Sprechzeiten zwei Nachmittage in der Praxis. So das man überhaupt keinen Stress hat. Man ist alleine mit der Hebamme – keine anderen, fremden Patienten, kein nerviges Telefongeklingel oder Rumgewusel von Arzthelferinnen oder ähnliches.
Man kann entspannt Fragen stellen oder sich mit der Hebamme unterhalten, ohne Zeitdruck oder Stress, weil nicht vielleicht der nächste Patient schon vor der Tür hockt.
Die Hebamme ist mir sehr sympathisch, sehr locker, man duzt sich gegenseitig, was schon eine kleine Vertrauensbasis schafft, die Distanz des “Sie” ist einfach nicht da.
Sie macht keinen Ultraschall und hat (zumindest gestern) auch keine Vaginale Untersuchung durchgeführt. Sie hat meinen Urin untersucht, meinen Blutdruck, Gewicht und den Bauchumfang gemessen, den Fundusstand ertastet und sich nach meinem Befinden erkundigt,was und wie lange ich arbeite und machte eine umfassende Beratung.
Zudem hat sie mir geraten, mich um die 20. Woche um die Kurse zu kümmern, die ich wahr nehmen möchte. Die Hebamme sagte mir, dass es in der Klinik, in der ich entbinden will, eine Elternschule gibt, die alle Kurse anbietet die man so braucht (oder machen möchte). Ein sehr wertvoller Tipp!
Bei mir wären das zum einen natürlich der Geburtsvorbereitungskurs und zum anderen, weil es das erste ist, ein Säuglingspflegekurs (beides zusammen mit meinem Mann).
Die Hebamme bietet auch eine Still-Beratung an, was für mich sehr wichtig ist, da ich stillen möchte, und mich, im Gegensatz zu manch anderen, vorher genauesten informieren und darauf vorbereiten möchte.
Solche Praxis-Partnerschaften sollte es öfter geben, ich finde die Beratung einer Hebamme sehr wichtig und auch wertvoll. Eine Frauenärztin kümmert sich eben nicht nur um Schwangere und kann auch gar nicht den Service und die Beratung einer Hebamme bieten.
Zu meinem aktuellen Befinden (um das ab jetzt mal fest zu halten):
Tag: Heute 14+2
Fundusstand: N-3
Bäuchlein: Sieht man schon
Allgemeines: Mir geht es sehr gut, Übelkeit fast komplett verschwunden, Müdigkeit geht auch zurück. Allerdings werde ich jetzt langsam emotional, nah am Wasser gebaut und so
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