Beim Onkel Doktor im Wartezimmer
| Posted in Allgemeines | Posted on 05-08-2009
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Wenn man zum Doktor geht ist man da ja meistens weil es einem schlecht geht. Folglich ist man eher mit sich selbst beschäftigt oder es geht einem so elend das einen seine Umgebung gar nicht interessiert.
Aber manchmal geht man auch zum Doktor wegen Kontrolluntersuchungen oder ähnlichen Dingen. Und da hat man genug Zeit sich mal seine Umgebung anzugucken. Heute stand bei mir letzteres an, genau gesagt gings eigentlich nur zum Blut abzapfen, den Doktor seh ich erst in zwei Wochen.
Für knapp 15 Minuten wurde ich im Wartezimmer platziert und da saß ich nun, mit acht anderen Leuten und langweilte mich. Zum lesen dieser ollen Klatschzeitschriftchen hatte ich keinen Bock, also hab ich mir mal meine umgebung angesehen und hab dabei einiges festgestellt.
Zum Beispiel frage ich mich ob es für Ärzte einen spezielle Ärztetapete gibt? Bis jetzt hatte JEDER Arzt bei dem ich war die gleiche Tapete. Klar in anderen Farben gestrichen, aber halt die selbe Strukturtapete drunter. Normalsterbliche Menschen haben ja meistens normale Rauhfasertapete. Ärzte haben “Glasfasertapete” – die ist so geriffelt. wer sie nicht kennt kann ja mal die Google-Bildersuche benutzen.
Bei Wikipedia steht auch das diese Tapeten oft in Kindergärten, Krankenhäusern und ähnlichen Einrichtungen genutzt werden.
Nächste Erkenntnis: beim Arzt sitzen immer besondere Individuen rum.
Zum Beispiel die gefrustete Ü-50erin die das gesamte Wartezimmer, aber vor allem ihre Begleitperson unterhält mit allerlei Genörgel. Vor allem über das böse Gesundheitssystem, die Krankenkassen und natürlich die bösen Pfuscherärzte.
Dann gibt es da noch die/der Speedleser/in – man könnte meinen diese Person hat seit Jahren zum ersten mal wieder Zeitschriften vor sich. Innerhalb von 20 min. hat sie drei Zeitschriften durch.
Dann gibt es da noch die Rezeptsammlerin – die sucht sich ganz speziell so ein Heft raus wo Rezepte drin stehen, z.B. Bild der Frau. Hat sie ein Rezept gefunden das ihr gefällt oder zumindest interessant aussieht, schaut sie sich erst mal um ob jemand sie beobachtet, fängt an ganz leise und verstohlen das Rezept aus dem Heft zu reißen um es dann in Windeseile zusammenzufalten und in ihrer Handtasche verschwinden zu lassen.
Am besten finde ich aber die Camper – diese Menschen kennt wahrscheinlich jeder. Diese Leute kommen alleine oder zu zweit, haben minimum zwei Taschen dabei, eher drei. Davon ist eine ein voller Rucksack und die anderen so groß das locker zwei Paar schuhe in jede Tasche passen. Kaum sitzen sie, packen sie ihr Buch aus, nach einer Weile auch ihr Butterbrot und weil man das ja so nicht runter kriegt auch noch die Thermoskanne mit Kaffee oder Tee. Wie lange wollen die denn bleiben? Haben die kein Zuhause?
Wird das Buch langweilig oder haben sie doch keins (beim Brot schmieren vergessen?) wird erst mal in allen Taschen nach einem Kulli gekramt um dann die Heftchen vom Arzt nach ungelösten Kreuzworträtseln zu durchforsten.
Kennt jemand noch mehr solche speziellen Menschen die man in Ärzte-Wartezimmern findet? Ich bin gespannt!


